Mein erstes Jahr als Yogalehrerin – 7 Weisheiten aus meinem Start
- sonjaschuhmeister
- 25. Sept. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Rückblick und meine größten Lernmomente als beginnende Yogalehrerin
Ich unterrichte nun seit etwa einem Jahr Yoga – Jubiläum!
Wow, das hätte ich wirklich nie gedacht…
Vor drei Jahren hätte ich dir niemals geglaubt, wenn du gesagt hättest: „Du, Sonja, in ein paar Jahren hast du deine eigenen Yogastunden, unterrichtest liebevolle Menschen, die gerne zu dir kommen – und kannst sogar Teilzeit davon leben. Du hast dich getraut, den Schritt zu gehen und es einfach zu machen.“
Ich hätte wahrscheinlich gedacht, du machst einen schlechten Witz.
Damals habe ich nicht einmal regelmäßig Yoga praktiziert – vielleicht einmal im Monat, wenn es hochkam. Und ich sollte das unterrichten? Ich konnte ja nicht mal vor einer vollen Klasse frei sprechen, geschweige denn eine ganze Gruppe anleiten. Niemals hätte ich mir das zugetraut!
... Doch nach meinem ersten Yogakurs hat sich alles verändert....
Ich hatte das Vertrauen, dass ich genug Wissen gesammelt hatte, um sichere und gute Stunden anzuleiten. Dazu kam meine Freude an der Arbeit mit Menschen – egal ob Kinder oder Erwachsene. Ich liebe es, Dinge zu erklären, kreative Ideen einzubringen und anderen zu helfen. Warum also nicht auch mit Yoga?
Wie es der Zufall wollte, durfte ich durch Bekannte meine erste Yogastunde halten – und ich war sooooo nervös. Ich hatte Angst, Fehler zu machen und dass es niemandem gefällt. Worst Case: Alle sitzen da und denken sich: „Was ist das für ein Mist?“
Aber ich habe es einfach durchgezogen.
Und siehe da: Es kam viel besser an, als gedacht – und die Leute wollten wiederkommen. Das war der Beginn von Yoga mit Sonja!
#1 Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst,
sondern die Erkenntnis, dass es etwas gibt das wichtiger ist als deine Angst.
Im Laufe des letzten Jahres habe ich gemerkt: Ich verändere mich mit jeder Stunde. Ich lerne ständig dazu – und werde es auch weiterhin tun. Jeder Mensch ist anders, und es ist so wichtig, die Teilnehmenden dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Das habe ich von Anfang an gewusst, aber es war nicht leicht, es wirklich umzusetzen.
Je sicherer ich vor der Gruppe bin, desto leichter fällt es mir, auf jede einzelne Person einzugehen, Variationen vorzuschlagen oder eine ganze Einheit spontan an die Stimmung im Raum anzupassen. Manchmal verwerfe ich einfach meine Notizen – und das ist völlig okay. Natürlich hängt auch viel davon ab, wie es mir selbst an dem Tag geht.
#2 Nichts tun ist manchmal besser, als sich mit aller Mühe im Kreis zu drehen.
In den ersten Monaten war ich vor jeder Stunde nervös. Ich habe jede Einheit bis ins Detail vorbereitet und sogar geübt. Das hat wahnsinnig viel Energie gekostet.
Darum war ich froh, als ich im Herbst eine dreimonatige Pause hatte. Endlich konnte ich wieder Yoga nur für mich machen! Ich bin gereist – nach Indien und Sri Lanka – und habe durch meinen zweiten Yogakurs viel Altes aufarbeiten und loslassen können. Dieser Trip war wichtig, um mit weniger Sorgen und Ängsten weiterzugehen.
#3 Wenn es mir nicht gut geht, kann ich keine gute Lehrerin sein.
Nach dieser Reise habe ich gemerkt: Ich vermisse das Unterrichten! Ich habe mich schon richtig auf meine Rückkehr und den Neustart mit Yoga mit Sonja gefreut.
Natürlich wollte ich, dass alles perfekt wird. Ich habe vieles ausprobiert, manches hat funktioniert, manches nicht. Vor allem die Werbung, um neue Teilnehmer*innen zu gewinnen, war viel mühsamer, als gedacht.
Und dann hat mein Körper mir ein klares Signal gegeben: Es wurde zu viel. Ich bekam Schwindelanfälle und musste mehrere Wochen aussetzen. Erst zwei Monate später war ich wieder wirklich fit. Ich hatte mir einfach zu viel Druck gemacht – schneller, besser, erfolgreicher… bis irgendwann nichts mehr ging.
Auch jetzt, nach einem Jahr, kommen manchmal dieselben Gedanken hoch, über meine Grenzen zu gehen um mehr zu erreichen. Aber ich habe dazugelernt und heute gelingt es mir besser, bewusst einen Gang zurückzuschalten – weniger zu machen und auf mich zu achten. Wenn es mir nicht gut geht, kann ich niemand anderen helfen.
#4 Weniger ist oft mehr - Qualität statt Quantiät
Weniger machen, dafür aber mit voller Hingabe – genau das macht den Unterschied.
Es geht nicht darum, so viele Stunden wie möglich zu unterrichten, sondern mit Herz und Qualität dabei zu sein. Am Ende ist es das, was dich als Yogalehrerin wirklich auszeichnet.
Gerade bin ich dabei herauszufinden, welche Schwerpunkte mir am meisten Freude bereiten – und wie ich diese weiterentwickeln kann. Dieser Prozess macht mich Schritt für Schritt zu einer besseren Lehrerin, und ich habe das Gefühl: Ich bin genau auf dem richtigen Weg.
Dabei habe ich gelernt, dass „weniger“ nicht automatisch „schlechter“ bedeutet. Im Gegenteil: Oft entsteht dadurch mehr Raum für Tiefe, Kreativität und Echtheit. Wichtig ist, auf mein Bauchgefühl zu hören, offen für neue Wege zu bleiben und mich immer wieder weiterzuentwickeln.
#5 Du ziehst das an, was du bist.
Ich habe gelernt, dass das, was wir ausstrahlen, genau das ist, was wir in unser Leben ziehen. Vertrauen, Gelassenheit und Offenheit schaffen Raum für neue Chancen – genauso wie Zweifel und Angst oft nur mehr Zweifel und Angst hervorbringen.
Darum vertraue ich darauf, dass mein Weg sich zeigt, Schritt für Schritt, genau im richtigen Moment. Alles hat seine Zeit, und alles entfaltet sich, wenn wir bereit dafür sind.
Meinen Weg gehe ich, wenn ich:
auf meinen Körper höre,
mir bewusst Pausen gönne,
und nicht zulasse, dass meine Gedanken die Kontrolle übernehmen.
So wie sich damals meine erste Yogastunde ganz unerwartet ergeben hat, glaube ich auch heute daran: Das, was für mich bestimmt ist, wird kommen – und ich darf es mit offenem Herzen annehmen.
#6 Urteile nicht, solange du nicht alles weißt.
Mit der Selbstständigkeit kommen automatisch die Zweifel – die eigenen und die der anderen. Schon ohne fremde Meinungen fragt man sich oft: „Reicht das, was ich tue? Bin ich gut genug?“ Und dann kommen noch Ratschläge und Urteile von außen.
Von außen sieht vieles leichter aus, als es ist. Aber man weiß nie, was jemand wirklich durchmacht. Deshalb ist mein größter Lernmoment: Urteile nicht über andere, solange du ihre ganze Geschichte nicht kennst.
Und auch diejenigen, die über mich urteilen, verurteile ich nicht – denn auch ihre Geschichte kenne ich nicht.
#7 Hör zu. Vor allem dir selbst.
Yoga hat mir den Mut gegeben, weiterzugehen. Und mit ein paar liebevollen – manchmal auch sehr deutlichen – Erinnerungen meines Freundes habe ich nicht aufgegeben. Heute stehe ich hier, und ich spüre: Da kommt noch mehr!
Mein Reminder an dich:
Kümmere dich um dich selbst.
Vertraue deinem Bauchgefühl - aber verwechsle es nicht mit der Angst zu versagen.
Trau dich einfach.
Achte auf deine Gedanken und deinen Körper.
Nur wenn es dir gut geht und du mit dir selbst im Reinen bist, kannst du auch für andere da sein.
Ich werde künftig öfter solche Blogbeiträge mit euch teilen – meine Gedanken rund um Yoga, Selbstfürsorge und alles, was mich bewegt.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über ein Herz oder einen Kommentar von dir.
Danke & Namasté
Eure Sonja



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